hnGeno hält an Ziel fest

BUTZBACH. Die von hessnatur-Kunden, Lieferanten und der Belegschaft gegründete Genossenschaft hnGeno eG hält an ihrem Ziel fest, hessnatur fortzuführen. „Mit Erstaunen haben wir der Presse die Aussage des Private Equity Fonds Capvis entnehmen können, die Genossenschaft hnGeno müsse nach dem mittlerweile abgeschlossenen Verkauf von hessnatur aufgelöst werden.“, erklärt Andrea Rothkegel, Aufsichtsratsvorsitzende der hnGeno eG. „Unserer Satzung und dem Genossenschaftsgesetz nach müssten hierzu drei Viertel der Mitglieder bei einer Generalversammlung zustimmen. Für die Einberufung einer solchen Versammlung sehen wir derzeit keinen Anlass.“, so Rothkegel weiter. Ebenso sehe man anders als hessnatur-Eigentümer Capvis den Vorstand der hnGeno in keinem Interessenkonflikt durch seine Tätigkeit als Betriebsrat bei hessnatur.

Es sei keinesfalls ausgeschlossen, dass die hnGeno eG die eigenen Ziele zu einem späteren Zeitpunkt erreichen werde. Schließlich habe Capvis zugegeben, nur vorübergehendes Interesse an hessnatur zu haben. Für den Pionier im Bereich ökologischer und fairer Textilien sei eine Fortführung in Verbindung mit der hnGeno eG nach wie vor die sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltigste Alternative.  

Kontakt: Andrea Rothkegel, AR-Vorsitzende hnGeno eG, Tel.: 0160 / 96 98 23 25.

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3 Antworten auf hnGeno hält an Ziel fest

  1. Holger Nick sagt:

    Ich bin Hessnatur-Kunde *UND* habe Anteile an der hngeno eG i.G. gekauft. Auch ich war verunsichert durch die Capvis-Übernahme.

    Eine glückliche Fügung wollte es, dass ich als einer von drei Kunden ausgesucht wurde, um am vergangenen Freitag, 26.10.2012 am Runden Tisch in Butzbach teilzunehmen.

    Vermutlich geht es vielen wie mir: von “Heuschrecken” (also Finanzinvestoren) hat man gerade in den letzten Jahren – Finanzkrise sei Dank – genug gehört. Aber wirklich Ahnung hab ich davon nicht, vermutlich wie viele andere auch. Eine Genossenschaft als Inhaber hört sich auch prinzipiell wirklich besser an (und ich kann mir auch gut vorstellen, dass man dann einfach unabhängiger ist).

    Andererseits hat Ricarda Dermamels von Capvis sich wirklich sehr engagiert gezeigt. Die Vermutung: “jetzt kommt eine Heuschrecke, verkauft die Werte und runiert Hessnatur” war vielleicht doch etwas zu einfach gestrickt. Ich traue Capvis jetzt zumindest zu, für die Haltedauer (ca. 6 Jahre) die Werte von Hessnatur zu bewahren – denn auch die von Capvis sind ja nicht doof, die wissen auch, wofür die Kunden (mehr) Geld ausgeben.

    Was dann beim Verkauf passiert (lt. Fonds-Angaben unter http://www.capvis.com/index.php?id=7 soll das 2018 sein, aber es kann wohl noch verlängert werden lt. Frau Dermamels), das kann ich mir trotz des fast 3 stündigen Gesprächs noch nicht ausmalen.

    Was mir aber in diesem Gespräch klar geworden ist: die Hessnatur-Mitarbeiter stehen (zum überwiegenden Teil – 100% gibt es nie) hinter Capvis und Marc Sommer. Der Leiter der Abteilung Corporate Responsibility, Rolf Heimann, sah sich in dieser Runde als Vertreter der Mitarbeiter und hat diesen Stand (so finde ich) wirklich authentisch und zuweilen kämpferisch (im Sinne von energisch) vertreten.

    Es wurde auch offen über die hngeno gesprochen. Über die Idee ein Konkurrenzunternehmen zu gründen, ist man logischerweise nicht begeistert. Dem Sohn der Firmengründer Heinz & Dorothea Hess, Martin Hess (der nicht bei Hessnatur arbeitet, sich aber nach Aussage gegenüber mir mit dem Unternehmen verbunden fühlt) missfällt jedoch, dass dies “im Namen von Heinz Hess” propagiert wird und das, obwohl die Initiatoren wohl Heinz Hess gar nicht kennengelernt haben. Auch das ist eine Frage der Würde, die hngeno vielleicht etwas zu sehr für sich in Anspruch nimmt.

    Übrigens: woher stammt eigentlich das Geld, dass hngeno eingesammelt hat und das die Deutsche Industrie Holding (DIH) investieren will? Auch da ist für Aussenstehende nicht transparent, wer alles mitmacht.

    Ich hoffe auf eine weiterhin gute Diskussion – möglichst gepaart mit Selbstreflektion und gegenseitiger Achtung.

  2. Tony Katz sagt:

    aber wenn hn geno schon mal selber anfängt (mit Wolf Lüdge natürlich!) Textielien zu handeln – als faire Genossenschaft usw., und dann zahlreiche (viele!) Kunden bei hn Geno einkaufen, DANN sinkt der Preis für die alte hess-natur gewaltig und kann dann zum späteren Zeitpunkt von den heuschrecken zurück erhalten werden (denn eine Heuschrecke macht ungern lange Verluste). Also, jetzt gilt es schnellstmöglich zu starten – mit einem eigenen Lager und Online-Shop.

  3. Rainer Feldt sagt:

    Bitte nicht aufgeben! Wir holen uns hessnatur zurück. Diese Heuschrecke Capvis muss einsehen, dass sozial, ökologisch und fair für sie Fremdwörter sind.

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