hnGeno schockiert über Freistellung von hessnatur-Geschäftsführer

Liebe Mitglieder und Freunde der hnGeno,

mit der nachfolgenden Pressemitteilung beziehen wir Stellung zu den aktuellen Geschehnissen bei hessnatur.

Die Genossenschaft hnGeno zur Weiterführung von hessnatur reagiert schockiert und besorgt über die plötzliche und unangekündigte Freistellung von hessnatur-Geschäftsführer Wolf Lüdge in der vergangenen Woche. „Wenn sich der Eigentümer  Capvis vor wenigen Wochen noch öffentlich in der Presse für eine Beständigkeit im hessnatur-Management und die Zusammenarbeit mit beiden Geschäftsführern ausspricht und Capvis-Partner Marc Battenfeld auf der Website des Schweizer Investors mit dem Satz „Wir stehen für Fairness und Respekt. Nehmen Sie uns beim Wort“ wirbt, dann scheint das offenbar nicht mehr als ein Lippenbekenntnis zu sein“, teilt die hnGeno-Aufsichtsratsvorsitzende Andrea Rothkegel in einer Pressemitteilung mit.

Dass ein langjähriger und verdienter Geschäftsführer von heute auf morgen ohne Angabe von Gründen das Haus verlassen müsse, sei alles andere als nachvollziehbar – ebenso wenig wie die Einberufung von Ex-Arcandor-Vorstand Marc Sommer, der von Capvis gegenüber den Mitarbeitern im Juni nur als Berater kommuniziert worden sei, als kommissarischer Geschäftsführer in der Nachfolge von Wolf Lüdge.

„Wir erhalten Anfragen von Treugebern, die die mangelnde Transparenz bei hessnatur und das Verschweigen von Gründen beklagen, was die Freistellung von Wolf Lüdge angeht“, erklärt Barbara Geisel, Vorstandsvorsitzende der GENO EQUITY eG, die als Treuhänderin für die hnGeno fungiert. Die stark zunehmenden kritischen Äußerungen von hessnatur-Kunden auf der Berliner Kunden-Internetseite „wir-sind-die-konsumenten.de“ beobachte man ebenfalls besorgt, ergänzt Aufsichtsratsvorsitzende Andrea Rothkegel.

Die Geschehnisse bei hessnatur werde man im Auge behalten. „Wir sehen uns als kritischer Wächter eines nachhaltigen Unternehmens, mit dem Rückhalt zahlreicher Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter. Das Wohl der Letztgenannten liegt uns besonders am Herzen, da das Thema Arbeitsplatzsicherung ein integraler Bestandteil des Genossenschaftskonzepts ist“, so Andrea Rothkegel. Deswegen hoffe man bei der Genossenschaft, dass die seitens Capvis im Juni auf einer Mitarbeiterversammlung anvisierten Arbeitsplatzgarantien eingehalten werden würden. Die Genossenschaft hnGeno und ihr Partner DIH würden weiterhin das Unternehmen weiterführen wollen und mit Kapital und Know How zur Verfügung stehen, wenn Capvis mit der Situation bei hessnatur überfordert sei, heißt es abschließend in der Pressemitteilung der Genossenschaft.

 

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7 Antworten auf hnGeno schockiert über Freistellung von hessnatur-Geschäftsführer

  1. pol-kraft sagt:

    Hi Urlike,
    ich bin voll und ganz Deiner Meinung.

    Guß

  2. Clemens P. sagt:

    Hess ist auf jeden Fall gelaufen. Dass die das Geld zurückzahlen und mit “Würde abtreten”, davon kann man nur träumen. Die wenigsten Unternehmen heutzutage haben noch Ehrgefühl und Würde und das Ziel ist es mit so wenig Schulden wie möglich abzusteigen, ganz egal, was die Zeichner sagen.

  3. Ursula Heidrich sagt:

    Ja, umgründen, wenn das so einfach wäre! Hessnatur hat Jahrzehnte gebraucht, um gut zu werden.

    Den geschassten Geschäftsführer können wir schon mal übernehmen, aber können wir ihn auch bezahlen?
    Die ganze Liefer- und Produktionskette einfach übernehmen? Da bestehen sicher Verträge. Was neues aufbauen? Angeblich gibt’s in Indien ein reiches Angebot an Bio-Baumwolle. Wo produzieren?
    In Griechenland sind viele fähige Leute arbeitslos, da kenn’ ich einen studierten Maschinenbauer, der hat vorher in einer Möbelfabrik gearbeitet.

    Umgründen, eine Parallelstruktur, die Fahnenflüchtige Hessnaturianer übernimmt? Neu gründen? Ihr wisst, dann müssen wir da auch die erzeugten ‘Basics’ kaufen! Bis das dann genauso gut wird, kann viel Zeit vergehen.

  4. Tony Katz sagt:

    @Ulrike, ich stimme Dir zu, habe aber eine ganz andere Schlußfolgerung! Ich beteilige mich jetzt an der hn geno und wie bereits geschildert Frage ich in die Runde, warum der Heuschrecke weiter (mit Schrecken) zuschauen, wenn man nicht (endlich oder wieder) etwas neues aufbauen kann? Bleibt natürlich nicht aus, daß man das Konzept neu erstellt und auch die Genossen fragt, ob sie damit überhaupt einverstanden sind. Aber wo ein guter Wille, da gibt es auch einen guten Weg, deswegen: die Freude an der Bio-Kleidung, an zufriedenen Herstellern und (da es ist momentan etwas knapper bestellt) guten Unternehmensklima und baubiologischen korrekten Einkaufsgelegenheiten will ich weiter haben!

  5. also nun mal ganz ehrlich: macht die anvisierte Genossenschaft eigentlich noch Sinn? Hess ist verkauft, Capvis heuschreckt sich gerade drüber und schmeißt die Leute raus, die ihnen halt nicht ins (kommerzielle) Konzept passen und ich habe den Eindruck, der Zug ist abgefahren. Gibt es noch eine realistische Möglichkeit Hess mit Hilfe der hnGno und DIH zu übernehmen? Ansonsten sollte man sich mal langsam überlegen, den ZeichnerInnen (zu denen ich auch gehöre) ihr Geld zurückzugeben und mit Würde abzutreten. Rein gefühlsmäßig ist das Geschäft hess natur für mich gelaufen. Unter diesen Umständen sehe ich keine Zukunft. hess wird noch etliche Jahre von seiner guten Vergangenheit zehren und dann von Capvis abgewickelt werden.

  6. Tony Katz sagt:

    Es ist ein zweischneidges Schwert: Einerseits versucht die HN Geno doch noch die hess-natur zu übernehmen, andererseits wird man immer mehr mit der recht häßlichen Realität (Heuschrecke bleibt Heuschrecke) konfrontiert. Mein erster Gedanke (als Unternehmer der gern von Null anfängt) super: dann haben wir doch den optimalen Geschäftsführer für die HN GENO! Nichts besser als das: Herr Lüdge baut die HN Geno als neue hess-natur neu auf. Nichts anderes brauchen wir zu tun, als das Geschäft neu aufzubauen, die Kunden/Konsumenten von hess-natur haben ja zahlreich zum Ausdruck gebracht: wir wollen nicht bei Heuschrecken hess-natur einkaufen, deswegen ist die Chance doch besser als je zuvor: machen wir es selbst OHNE Heuschrecke als Genossenschaft, die Kunden werden dankbar kommen, die Heuschrecken können sich mit sich selber beschäftigen. Ich bin dabei!

    • Ich muss gestehen, unter diesen Umständen wäre ich auch dabei. Einfach als Genossenschaft selbst anfangen und selber die Kleidung verkaufen, die wir als TreuhänderInnen gerne bei hess gekauft haben. Diese Idee würde mir deutlich besser gefallen als ein Wettkampf mit capvis, der nur im Verlust aller enden kann. einzugehen. Da wäre ich auch dabei.

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