Was ist Private Equity?

Private Equity (PE) – zu Deutsch: privates Beteiligungskapital – bezeichnet den direkten Erwerb von Unternehmensbeteiligungen, in der Regel mit dem Ziel des späteren Weiterverkaufs. PE-Gesellschaften sind folglich Unternehmen, die (Mit-)Eigentümer anderer Unternehmen werden, um diese Beteiligung nach einigen Jahren Zeit aktiven “Managens” mit möglichst hoher Rendite wieder abzustoßen. PE ist aus Sicht des gekauften Unternehmens eine Alternative zur Kapitalbeschaffung über die “öffentliche” Ausgabe von Anteilen an der Börse und zur Aufnahme von Fremdkapital z.B. über Bankkredite.
Geschäftsmodell der Private Equity Fonds: Grafik von Alan Searle

Wie gehen Private-Equity-Gesellschaften vor?

Zunächst sammeln diese über so genannte Private-Equity-Fonds Geld von Anlegern ein. Mit dem Geld aus diesen Fonds wird ein (Mehrheits-) Anteil des ausgesuchten Zielunternehmens erworben. Neben dem Geld aus dem Fonds werden dafür auch häufig Kredite aufgenommen. Dies bezeichnet man als Leveraged Buy-out, weil die PE-Gesellschaft die Kreditaufnahme als “Hebel” benutzt, um ihre Eigenkapitalrendite zu erhöhen. Meist werden die Kredite von einer eigens dazu gegründeten Erwerbergesellschaft aufgenommen. Diese Erwerbergesellschaft kauft dann mit dem Geld aus dem Fonds und aus der Kreditaufnahme das Zielunternehmen. Im nächsten Schritt werden dann das Zielunternehmen und die Erwerbergesellschaft samt ihrer aufgenommenen Kredite zu einem Unternehmen verschmolzen (fusioniert). Auf diese Weise bezahlt das gekaufte Unternehmen letztlich den Kaufpreis zu einem großen Teil selbst (dies nennt man auch Merger Buy-out).

Es folgt die in der Regel zwei bis sieben Jahre dauernde Phase, in der die PE-Gesellschaft selbst aktiv in die Unternehmensführung eingreift. Zur Erfüllung der Renditevorgaben des Fonds werden im Zielunternehmen Maßnahmen zur Steigerung der kurzfristigen Profitabilität umgesetzt, die die “Braut” für den bezweckten Weiterverkauf attraktiv machen sollen. Zudem gewährt sich die PE-Gesellschaft bereits vor dem Weiterverkauf selbst Sonderausschüttungen (so genannte Rekapitalisierungen) und lässt das Zielunternehmen hierfür oftmals weitere Kredite aufnehmen.

Ist das Ziel erreicht, scheidet die PE-Gesellschaft in der dritten Phase, dem Verkauf, wieder aus dem Zielunternehmen aus. Dies kann durch einen Börsengang geschehen oder auf dem Wege des außerbörslichen Weiterverkaufs an einen neuen Investor oder durch Rückverkauf an die Altgesellschafter. Zurück bleibt also ein vor allem durch die übernommenen Kredite und die ausgebliebenen langfristigen Investitionen in seiner Zukunftsfähigkeit deutlich geschwächtes, gleichsam ausgesogenes Unternehmen.

Quelle: www.attac.de

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