Genossenschaft statt Spekulanten

“Genossenschaft statt Spekulanten – hessnatur an die hnGeno” – Unter diesem Motto zogen am vergangenen Samstag Kunden, Mitglieder der Genossenschaft hnGeno, Mitarbeiter, Betriebsrat sowie Vertreter von Attac und des Bündnisses “Betriebe in Belegschaftshand” vor den Düsseldorfer Sitz des KarstadtQuelle Mitarbeiter Trusts. (KQMT). Der KQMT ist der Eigentümer von hessnatur.

Am Jahrestag der letzten Demonstration, gegen eine Übernahme vom Rüstungsinvestor Carlyle, wurde daran erinnert, dass das Engagement für eine nachhaltige Zukunft von hessnatur alles andere als eingeschlafen ist. “Wir fordern nach wie vor den Verkauf von hessnatur an die hnGeno, im Interesse aller Kunden und Mitarbeiter”, bekräftigte Walter Strasheim-Weitz, Betriebsratsvorsitzender von hessnatur und hnGeno-Vorstand.

Die Beteiligten an der Demonstration ließen ihre Forderungen und Emotionen auf einem Großplakat an der Eingangstür des KQMT zurück: „Die beste Lösung für alle: Verkauf an hnGeno!“, „Wir Kunden haben hessnatur groß gemacht. Wir lassen uns nicht verschieben wie Melkvieh“, „Genossenschaften, die Zukunft des nachhaltigen Wirtschaftens“

Nach einer kurzen Kundgebung ging es weiter in Richtung Düsseldorfer Innenstadt: Dabei verteilten die hnGeno-Aktiven „Gute Gedanken“ und Spekulatius.

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Demo in Düsseldorf am 17.12.: „hessnatur an die hnGeno“

Am 17 Dezember 2010 haben Attac, hessnatur-Kunden und –Mitarbeiter in Butzbach gegen den geplanten Verkauf des Ökomodelabels an den Rüstungsinvestor Carlyle demonstriert. Mit großem Erfolg: Carlyle hat sich öffentlich zurückgezogen und andere rein Rendite-orientierte Private Equity Fonds ebenso. Die Gründung der hnGeno eG durch Betriebsrat, Kunden, Mitarbeiter und nachhaltig interessierten Menschen sowie ihre öffentliche und ernsthafte Kaufabsicht hat ebenso einiges dazu beigetragen.

Doch wir sind noch nicht am Ziel: Am Samstag, 17. Dezember 2011 – dem Jahrestag der Demo gegen Carlyle – wollen wir gemeinsam mit unseren Mitgliedern, dem hessnatur-Betriebsrat, Mitarbeitern, Kunden, Attac und dem Kampagnen-Bündnis „Betriebe in Belegschaft“ den hessnatur-Eigentümer KQMT dazu auffordern, hessnatur endlich an die Genossenschaft zu verkaufen! Die Community darf nicht länger im Unklaren gelassen werden über die Zukunft des Unternehmens, dem im Januar 2012 zudem eine Veränderung des Managements ins Haus steht, da ein zweiter Geschäftsführer seitens der Management-Holding Primondo Speciality Group (PSG) bestellt wurde.

Kommen auch Sie nach Düsseldorf und demonstrieren Sie mit uns unter dem Motto “hessnatur an die hnGeno!”. Treffpunkt ist um 11.30 Uhr vor dem Eingang des Hauptbahnhofs in Düsseldorf. Von dort geht es zum hessnatur-Eigentümer, dem KarstadtQuelle Mitarbeiter Trust e.V. (KQMT) und dann über den Weihnachtsmarkt zurück zum Bahnhof.

Wir wissen, dass ein Verkauf nach wie vor geplant ist. Rein finanziell interessierte Investoren wurden offenbar nachhaltig abgeschreckt, wärend die hnGeno nach wie vor bereit ist und die Mittel hat, um hessnatur zu kaufen.

Zeigen auch Sie dem Verkäufer ihre Meinung und kommen sie am 17. Dezember mit uns nach Düsseldorf!

Herzliche Grüße,
Walter Strasheim-Weitz     Christina Pöttner     Dagmar Embshoff

P.S.: 2012 ist übrigens das UN-Jahr der Genossenschaft (“coopsyear”). Vorurteile gegenüber Genossenschaften sind von gestern, denn Kooperativen stehen für demokratisches und nachhaltiges Wirtschaften!

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Neues von der hnGeno – es geht weiter!

Heute wollen wir Sie auf den neuesten Stand bringen – es ist viel passiert in den vergangenen Wochen.

Angebot und Verkaufsprozess

Wie angekündigt haben wir dem Eigentümer von hessnatur, dem Karstadt Quelle Mitarbeiter Trust (KQMT), zum Kauf des Unternehmens ein Angebot unterbreitet. Leider erhielten wir auch auf mehrfache Anfragen keinerlei Rückmeldung hierauf. Seitens der Primondo Speciality Group (PSG), die hessnatur für den Eigentümer managt, wurde in den Presseberichten zum hessnatur-Geschäftsjahr bekundet, dass der Verkauf nicht im 1. Quartal 2012 stattfinden werde – das können wir seitens der Gespräche weder bestätigen noch dementieren. Erinnern Sie sich: Im Frühjahr dieses Jahres wurde in der Presse angekündigt, dass es in absehbarer Zeit keinen Verkauf geben werde. Dann sollte hessnatur bis Juni plötzlich den Besitzer wechseln und der Verkaufsprozess schnell abgewickelt werden. Ankündigungen von möglichen Zeitfenstern für den Verkauf sind demnach mit kritischem Abstand zu betrachten. Daher von unserer Seite die große Bitte: Zeigen Sie, dass die hnGeno jederzeit und immer ihr Ziel, hessnatur zu kaufen, verfolgen wird!

Unser Engagement und der große Rückhalt der Community seit Bekanntwerden der möglichen Carlyle-Übernahme haben bislang alle Investoren vor einem Kauf von hessnatur abgehalten. Die Werte, die Konzepte und die nur als Genossenschaft mögliche, nachhaltige Fortführung von hessnatur als die Weiterentwicklung des Unternehmens, kann kein anderer als die hnGeno bieten.

Dem KQMT ist dies offenbar noch nicht klar geworden, obwohl er für die Ausschüttung der Karstadt-Betriebsrenten auf solvente Mittel angewiesen sein dürfte und nach eigenen Angaben verkaufen muss. Hier wird die hnGeno ihre Übernahmeabsichten weiterhin mit Ihrer Hilfe untermauern.

Neuer Strategischer Partner

Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass wir im Zuge unserer laufenden Gespräche in den vergangenen Monaten einen strategischen Partner gefunden haben, mit dem wir den Weg des Kaufes von hessnatur und den Ausbau einer nachhaltigen Gemeinwohlstrategie bei hessnatur gehen können. Genauere Informationen hierzu folgen in den kommenden Wochen. Von unseren Fremdkapitalgebern erhalten wir nach wie vor Unterstützung. Sie alle glauben weiterhin an den Erfolg der Genossenschaft! Wir werden dem hessnatur-Eigentümer daher in Kürze ein neues finanzbestätigtes Angebot überreichen. Die Ankündigung hierzu geht in den nächsten Tagen an den Eigentümer.

hessnatur-Geschäftsjahr

Zwischenzeitlich gab es im hessnatur-Umfeld auch interessante Neuigkeiten: Es wurde ein beachtliches Ergebnis erzielt und der Gewinn nach Medienberichten nahezu verdoppelt. Allerdings fließt dieser Gewinn nicht dem Unternehmen zu, sondern der PSG als Management-Organisation von hessnatur bzw. dem eingetragenen Eigentümer, dem KQMT. Im Zuge der Übernahme von hessnatur durch die hnGeno wären Unternehmensgewinne zweifelsfrei Mittel, die der Genossenschaft und dem gezielten Fördern von nachhaltigen Projekten zur Verfügung stünden – und nicht in Kassen von Konzernen abwandern würden.

Aufruf zur Demonstration

Um hier ein Zeichen zu setzen und die Forderung des hessnatur-Verkaufs an die Genossenschaft zu unterstreichen, wollen wir am Samstag, 17. Dezember, dem „Jahrestag“ des Antrittes gegen einen Private Equity Investor, dessen Hauptbeteiligungen im Rüstungsgeschäft liegen, erneut demonstrieren – und zwar vor der Zentrale des KQMT in Düsseldorf, dem eigentlichen Eigentümer von hessnatur. Seien Sie auch bei der Aktion am 17. Dezember dabei! Treffpunkt für alle, die sich für den Verkauf von hessnatur an die hnGeno und konsequente Weiterführung als Genossenschaft einsetzen wollen, ist an diesem Tag um 11.30 Uhr am Eingang des Düsseldorfer Hauptbahnhofs.

Dankeschön!

Wir danken allen für die geleistete Unterstützung und hoffen weiterhin auf einen großen gemeinschaftlichen Erfolg. Die Beteiligung und auch E-Mails und Briefe von Mitgliedern ermutigen und stärken uns! Einer möglichen Taktik, auf Zeit zu spielen und nicht an die hnGeno zu verkaufen, wird sich der hnGeno-Vorstand nicht beugen: Solange die hnGeno aktiv ist, wird sich kein Investor an den Kauf des Unternehmens wagen.
Walter Strasheim-Weitz, Christina Pöttner
– Vorstand hnGeno eG -

P.S. Und noch eine gute Nachricht zum Schluss: Der Magistrat der hessnatur-Heimatstadt Butzbach hat ebenfalls Anteile an der hnGeno gezeichnet, wie der Presse zu entnehmen war. Vielleicht kennen auch Sie noch weitere Kunden, Menschen und Institutionen, die das Ziel der hnGeno mittragen und unterstützen? Empfehlen Sie die Genossenschaft weiter!

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hnGeno beim Sozialwissenschaftlichen Forum in Berlin

hnGenoAm vergangen Samstag waren wir beim Sozialwissenschaftlichen Forum in Berlin eingeladen, um hier den Werdegang der hnGeno vorzustellen und mit dem Publikum die Möglichkeiten eines solidarischen Wirtschaftsmodells wie das der Genossenschaft zu diskutieren. Wir waren begeistert vom großen Interesse der Zuhörer und verschiedener Berliner Initiativen. Teilgenommen haben Kunden von hessnatur und Mitglieder der hnGeno, Aktivisten der sozialen Ökonomie und viele Menschen, die sich mit dem Thema nachhaltiges Wirtschaften beschäftigen.

Spannend war auch der Vortrag, den Johannes Mosmann vom Institut für soziale Dreigliederung gehalten hat. Er referierte über mögliche Kommunikationswege zwischen Konsumenten und Produzenten. Sein Resümee: Jeder Mensch ist gleichzeitig immer Konsument und Produzent. Konsumenten und Produzenten müssen mehr miteinander kommunizieren, um besser einschätzen zu können, welche Bedürfnisse existieren. Das wollen wir in Zukunft auch verstärkt in die hnGeno einbringen – aktive und offene Informationspolitik, um alle Mitglieder der Genossenschaft direkt „abzuholen“ und zu informieren. Auch wenn es in der jetzigen Phase, wenn es um unsere Offerten an die Eigentümer von hessnatur geht, auch nicht immer möglich sein wird, über bestimmte Dinge zu berichten – wir sind jederzeit ansprechbar und offen für Fragen und Rückmeldungen. Eine Anregung – die Diskussionsmöglichkeit und der Austausch von Mitgliedern und Interessierten auf unserer Website – haben wir mitgenommen und werden überlegen, wie wir diese umsetzen können.

Von Seiten des Plenums wurde hinterfragt, warum es keine Reaktion auf den Verkaufsprozess seitens hessnatur gebe und warum der Eigentümer nicht einfach an die hnGeno verkaufe? – Fragen, die der Vorstand der hnGeno auch nicht beantworten konnte. Das liegt daran, dass zum einen das Unternehmen hessnatur und die Genossenschaft hnGeno zwei verschiedene, eigenständige Organisationen sind; zum anderen, weil der Verkäufer von hessnatur – der KQMT – den Verkaufsprozess gesteuert hat und die hnGeno darauf keinen Einfluss nehmen kann.

Ein Ergebnis des Forums: Die Gründung einer Initiative von Bürgern, um in Berlin die hnGeno bekannter zu machen und den Verkauf von hessnatur an die Genossenschaft zu unterstützen – was uns natürlich sehr freut. Einstimmiges Feedback der Teilnehmer war, dass die hnGeno die einzige Chance zur Weiterentwicklung von hessnatur ist. Alle Zuhörer waren begeistert, wie weit wir mit unserer Initiative bislang gekommen sind!

Walter Strasheim-Weitz, Vorstand hnGeno

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Zurück an den Verhandlungstisch

Die hnGeno hält auch nach Aussetzen des Verkaufsprozesses von hessnatur an ihrem Vorhaben fest, das Ökomodelabel zu übernehmen und als Genossenschaft weiterzuführen.

Der durch den Verkäufer betriebene und schließlich im Juni ausgesetzte Verkaufsprozess war mit äußerst kurzen Fristen versehen, so dass die hnGeno stark getrieben war, in einer kurzen Zeit Eigenkapital, Eigenkapital ersetzende Mittel als auch Fremdmittel auf den Punkt vertraglich festzusetzen, um für den Kauf von hessnatur ein verbindliches Angebot abzugeben. Die entsprechenden Presseartikel gibt es– soweit online zugänglich – in unserem Pressearchiv.

Wir möchten hier den Hinweis geben, dass Besserungsscheine dann angeboten werden, wenn Probleme identifiziert wurden und diese in der gebotenen Zeit – in diesem Fall – vom Verkäufer nicht gelöst wurden. Mit dem Besserungsschein hat ein Verkäufer die Möglichkeit, Probleme auszuräumen und dann den vollen Kaufpreis zu erlösen. Dies sichert dem Unternehmen – hier hessnatur – finanzielle Mittel, da es ansonsten belastet werden könnte.

In den vergangenen Wochen haben wir im Hinblick auf eine neue Offerte für hessnatur weiter gearbeitet. Dank der hohen Unterstützung, die viele Treugeberinnen und Treugeber der hnGeno während der ganzen Zeit gewährt und damit auch die Eigenkapitalbasis der hnGeno weiter gestärkt und ausgebaut haben, konnten die Eigenkapital ersetzenden Mittel mit weiteren nachhaltigen Investoren besetzt werden, die die gleichen – langfristigen und auf das Unternehmen zugeschnittenen – Ziele haben.

Mit diesen Vorbereitungen ist es nun an der Zeit, den Verkäufer von hessnatur zu motivieren, sich mit uns zurück an den Verhandlungstisch zu begeben, damit ein für alle Seiten passendes Ergebnis gefunden wird. Wir rechnen hier allerdings mit einem längeren Zeitlauf, da die Verhandlungen ein für beide Seiten tragfähiges Ergebnis bringen müssen.

Damit wir auch weiter stark bleiben und mit Ihnen gemeinsam die Ziele erreichen können, bitten wir Sie um Ihre weitere Unterstützung. Stocken Sie Ihre Anteile an der hnGeno auf, machen Sie auf uns unser Vorhaben aufmerksam, werben Sie für mehr Mitglieder – das steigert nicht nur unseren Eigenkapital-Anteil weiter, sondern zeigt dem Verkäufer die Macht und den Willen der Community von hessnatur. Alle Informationen und Formulare zum Zeichnen und Aufstocken von Anteilen finden Sie hier auf unserer Website. Wir freuen uns zudem über Ihre Rückmeldungen als Kommentar hier auf der Website oder auf unserer Facebook-Seite.

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Neue Offerte für hessnatur

Die Genossenschaftsinitiative hnGeno meldet sich aus der Sommerpause zurück – wir haben die vergangenen Wochen, die hinsichtlich des Verkaufs von hessnatur sehr ruhig waren, zum einen dafür genutzt, um uns nach den anstrengenden Wochen und Monaten etwas zu erholen und in den Ferien Urlaub zu machen.

Zum anderen waren wir nicht untätig und prüfen aktuell eine neue Offerte mit einem verbesserten Angebot, um hessnatur dem aktuellen Eigentümer abzukaufen und gemäß unserer Satzung als Genossenschaft weiterzuführen. Weitere Informationen dazu gibt es in den Presseveröffentlichungen.

Festzuhalten bleibt, dass hessnatur nach wie vor nicht verkauft ist und nach Aussetzen des Verkaufsprozesses weiterhin zur Primondo Speciality Group (PSG) gehört, die an den KarstadtQuelle Mitarbeiter Trust e.V. (KQMT) verpfändet ist. Finanzinvestoren wie Carlyle oder Paragon Partners, die Presseveröffentlichungen zufolge Interesse an einer Übernahme von hessnatur hatten, haben davon wieder Abstand genommen – der Einfluss der Genossenschaft war den potenziellen Käufern offenbar zu groß. Insofern sind das Aussetzen des Verkaufsprozesses und die Tatsache, dass es allem Anschein nach keinen geeigneteren Käufer als die hnGeno für hessnatur gibt, ein gutes und Mut machendes Zeichen dafür, sich weiterhin für die Genossenschaftslösung einzusetzen.

Je mehr Genossen der hnGeno beitreten, umso besser ist und wird die Eigenkapital-Situation der Genossenschaft. Trotz des Aussetzen des Verkaufsprozesses gibt es nach wie vor einen Zuwachs von Mitgliedern an der hnGeno – jedes Mitglied zählt! Alle weiteren Informationen zur Mitgliedschaft gibt es hier.

Bei weiteren Entwicklungen im Hinblick auf unsere weiterhin angestrebte Übernahme von hessnatur werden wir hier auf der Website darüber berichten.

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“Die Welt” berichtet

Heute ist ein ausführlicher Bericht in der Zeitung “Die Welt” erschienen über die Situation rund um hessnatur.

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hnGeno im Offenen Kanal Lübeck

Am Montag, 11. Juli um 16.05 bis 17.00 Uhr – war hnGeno-Vorstand Walter Strasheim-Weitz im Offenen Kanal Lübeck als Interviewpartner zu Gast. Das Interview wird auch online zu hören sein. Mehr Infos zu der Sendung gibt es hier: http://www.hl-live.de/aktuell/textstart.php?id=70419

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hnGeno verwundert über Aussetzung des Verkaufsprozesses

Die Genossenschaft hnGeno zeigt sich verwundert darüber, dass der Verkäufer von hessnatur, die Primondo Speciality Group (PSG), den Verkaufsprozess für das Ökomodelabel ausgesetzt hat. Der Vorstand der hnGeno hat sich beim Verkäufer in der vergangenen Woche gemeldet und ganz klar signalisiert, dass die hnGeno als Käufer für hessnatur weiterhin zur Verfügung steht und im Gegensatz zu den in der Presse sachlich nicht richtig dargestellten Gründen mehr als 21 Millionen Euro für hessnatur zahlen kann.

“Jetzt heißt es, dass die verbliebenen Kaufinteressenten abgesprungen seien und der Verkaufsprozess ausgesetzt werden müsse – die hnGeno ist allerdings nicht abgesprungen, wir sind da”, sagt Walter Strasheim-Weitz vom Vorstand der hnGeno. “Wir wollen hessnatur weiterführen, wir können finanzieren und wir stehen als Käufer zur Verfügung.” Das wichtigste Anliegen sei es, so der Vorstand, dass dem Unternehmen kein Schaden zugefügt werde. “Das ist im Interesse aller hessnatur-Kunden, aller Mitglieder der Genossenschaft, die vielfach auch Kunden sind, sowie im Interesse der Mitarbeiterschaft und Partner.” Die Glaubwürdigkeit des Nachhaltigkeits-Pioniers stehe auf dem Spiel, sie müsse für eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens unbedingt gewahrt werden. “hessnatur lebt vom Vertrauen der Community”, betont Walter Strasheim-Weitz.

Viele, die hessnatur und der Genossenschaft zugeneigt seien, haben in den vergangenen Tagen durch Anrufe, Mails und Kommentare im Internet und in sozialen Netzwerken ihre Solidarität bekundet und die Genossenschaft aufgefordert, an ihrem Ziel festzuhalten. Walter Strasheim-Weitz: “Die Botschaft ist eindeutig: Weiter so!”. Die hnGeno nimmt weiterhin Mitgliedsanträge entgegen, Informationen dazu gibt es hier auf unserer Website. In der vergangenen Woche ist der Zuwachs von Mitgliedern als auch die Summe der gezeichneten Mitgliedsanteile übrigens sehr gut gewesen.

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Wir wollen zurück an den Verhandlungstisch

Nach der am vergangenen Donnerstag verkündeten Absage für einen Verkauf
von hessnatur an die Genossenschaft hnGeno will diese an den Verhandlungstisch
zurückkehren, um hessnatur doch noch übernehmen zu können.
„hessnatur gehört von seiner Philosophie her in die Hände der Kunden, Mitarbeiter
und nachhaltig gesonnener Geldgeber“, so Walter Strasheim-Weitz vom Vorstand der hnGeno. Die für die Absage genannten Gründe seien nicht zutreffend.
Das in der Presse genannte Angebot der hnGeno von 21 Millionen Euro sei sachlich nicht richtig: „Wir wollen hessnatur kaufen und können einen angemessenen und höheren Kaufpreis als 21 Millionen Euro finanzieren.“ Zudem fordert die Genossenschaft den „Eigentümer und damit tatsächlichen Verkäufer“, den KarstadtQuelle Mitarbeitertrust (KQMT) auf, Klarheit über den Verkaufsprozess zu schaffen.

Die Absage seitens der Primondo Speciality Group (PSG), die den Eigentümer
KQMT vertritt und den Verkauf leitet, sei für die hnGeno völlig überraschend gekommen
und nicht nachvollziehbar, heißt es in der Pressemitteilung der mittlerweile offiziell
eingetragenen Genossenschaft. Die PSG hatte eine solide Finanzierung, die Weiterentwicklung des Geschäfts und die Einhaltung der hessnatur-Standards zur Bedingung für einen Kauf von hessnatur gemacht. Allem Anschein nach gehe es aber nun
doch nur um den Preis, so dass diese in der Presse genannten Verkaufskriterien wohl
nur ein Lippenbekenntnis gewesen seien, so Strasheim-Weitz.

Bei Unternehmenskäufen sei es allgemein üblich, eine gründliche Prüfung des
Unternehmens hinsichtlich seiner finanziellen, rechtlichen, steuerrechtlichen und
marktrechtlichen Situation durchzuführen. In einem kurzen Bieterprozess sei es wahrscheinlich, dass Fragen offen blieben, die bei entsprechender Beantwortung zu einem höheren Angebot führen könnten, heißt es in der Pressemitteilung der hnGeno. Das Angebot der hnGeno wurde vom Vorstand und den beteiligten Experten mehrfach geprüft und durch verschiedene Wirtschaftlichkeitsberechnungen abgesichert. Der besagte Besserungsschein sei nicht zweifelhaft, sondern eine anerkannte Form, bisher nicht geklärte Risiken abzusichern. Damit habe der Verkäufer die Bringschuld im Zuge des Verkaufsprozesses, Bedenken des Käufers zu möglichen Risiken zeitnah auszuräumen. Erst dann könne der Verkäufer auch einen entsprechenden Gesamtkaufpreis vereinnahmen.

In Hinblick auf den Verkauf von hessnatur fordert die hnGeno den derzeitigen
Eigentümer und „tatsächlichen Verkäufer“ auf, Klarheit zu schaffen, damit hessnatur
keinen Schaden nehme. „Hier sind die KQMT-Vorstände Detlev Haselmann und Ulrich
Mix gefragt, um sich den Verkaufsprozess näher anzusehen“, so Strasheim-Weitz.
Im Hinblick auf die Vorwürfe des Verkäufers, die hnGeno habe ein aggressives
und destruktives Verhalten gezeigt, sei nur festzustellen, dass in den bislang von der
hnGeno herausgegebenen Pressemitteilungen es weder Angriffe auf den Verkäufer
gegeben habe noch seien nicht öffentliche Informationen geäußert worden. Dass Carlyle
in Rüstungsgeschäften tätig war und ist, sei bekannt und öffentlich nachlesbar.
Der Widerstand der hessnatur-Kundschaft belege zudem deutlich, dass ein solcher
Investor nicht zu einem nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen passe.

Presseberichten zum hessnatur-Verkauf sei allerdings zu entnehmen, dass weiterhin
Finanzinvestoren zu den Kaufinteressenten zählen, die anscheinend den von
Herrn Siekmann genannten Unternehmenswert des Unternehmens von bis zu 40 Millionen Euro bereit sind zu zahlen. Die hnGeno gibt dabei zu bedenken, dass von Private Equitys gekaufte Unternehmen vielfach sowohl mit ihren eigenen Renditen von
25 bis 30% als mit den Zinsen des für den Kauf notwendigen Fremdkapitals und dessen
Tilgung belastet sind. Unter diesem Aspekt sei ein extrem hoher und ggf. wirtschaftlich
unangemessener Kaufpreis immens gefährlich für das so übernommene
Unternehmen.

„Etliche Bedenken bleiben im Raum stehen“, betont Strasheim-Weitz. Der in
der Presse genannte Interessent Paragon Partners habe in den vergangenen Jahren
mehrere Unternehmen aufgekauft und inzwischen mehr als die Hälfte davon wieder
verkauft – vielfach an Finanzinvestoren. Hier stelle sich die Frage, warum andere,
nachhaltige Bieter gar nicht erst in den Bieterprozess aufgenommen worden sind –
öffentlich als Interessent für hessnatur hatte sich Waschbär-Chef Ernst Schütz ins
Spiel gebracht.

Für die hnGeno besteht trotz der „Verschärfung des Tons“ weiterhin die Bereitschaft,
die Verkaufsverhandlungen wieder aufzunehmen und einen für den Verkäufer
vernünftigen sowie für das Unternehmen hessnatur tragbaren Kaufpreis zu zahlen.
Auch nach der Absage vom Donnerstag habe die hnGeno weiterhin viele Anfragen
von Kunden und größeren Geldgebern, welche nach wie vor hinter der Genossenschaft
und ihrem Konzept stehen würden, heißt es abschließend in der Pressemitteilung,
„weil sie an das Konzept glauben und entsprechendes Kapital mitbringen“, so
Strasheim-Weitz. Das würde zeigen, „dass trotz der Absage seitens der PSG die Bewegung anhält und weiter wächst, die hessnatur in die bestmögliche Zukunft führen
will. Davor können sich die PSG und der KQMT nicht verschließen.“

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